Unterwegs für den Tierschutz

Fellnasenfotohilfe

Vermittlungshilfe für Tier in Not

FellnasenFotohilfe

Die Fellnasenfotohilfe ist ein deutschlandweites Netzwerk ehrenamtlicher Fotografen und Fotografinnen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, für Tiere in Not kostenlose Shootings anzubieten.

Als ich Ende 2016 das erste Mal davon hörte, war ich sofort begeistert und suchte nach weiteren Informationen. Da auch unsere Maggie aus dem Tierschutz ist, wußte ich wie wichtig gute Fotos für die Vermittlungsstellen sind. Schnell fand ich die Facebookgruppe der Fellnasenfotohilfe und bat um Beitritt.

Link zur Facebookgruppe: https://www.facebook.com/groups/fellnasenfotohilfe/

So konnte ich bereits im Januar 2017 zu meinem ersten ehrenamtlichen Einsatz aufbrechen.

 

So fotografierst Du einen Tierschutzhund

Und dann merkt man ganz schnell, dass es etwas völlig Anderes ist, ob man gut sozialisierte und vielleicht sogar ausgebildete Hunde fotografiert oder ob man auf Tiere aus dem Tierschutz trifft.

Häufig sind die Hunde erst kurze Zeit in Deutschland. Alles ist noch fremd und unbekannt. Fotografiert wird nur mit Geschirr und Leine, oder im Garten der Pflegestelle. Ich traf auf Hunde, die gehörlos waren und auf gar nichts reagierten, auf sehr ängstliche Hunde, die sich bei jeder Bewegung erschreckten und die Ohren anlegten. Viele Hunde waren anfangs sehr zurückhaltend und vorsichtig, dann aber doch durchaus neugierig interessiert, wer denn da mit so einem komischen Ding auf dem Boden lag. Allen gemeinsam war dieser treue fragende Blick in den Augen und die Hoffnung, dass jetzt etwas Schönes in Ihrem Leben passiert.

 

Hier also eine kleine Checkliste, wie Du an so ein Tierschutzshooting am Besten herangeht:

[su_highlight]6 Dinge die Du bei einem Tierschutz-Shooting beachten solltest.[/su_highlight]
[su_list icon=“icon: paw“]

  • Plane genügend Zeit ein
  • Geh nicht direkt auf den Hund zu
  • Bewege Dich langsam
  • Beobachte und lass dem Hund seine Zeit
  • Erwarte nichts
  • Beschränk Dich auf ein kurzes Shooting

[/su_list]

Törpilla - Mix-Hündin Collage

Plane genügend Zeit ein:

Nichts ist stressiger und schlimmer, als wenn Du unter Zeitdruck gerätst. Deine Anspannung überträgt sich sofort auf den Hund und dann ist es vorbei mit schönen Fotos. Komm in Ruhe bei der Pflegestelle oder am vereinbarten Treffpunkt an. Wenn Ihr Euch an einer Dir unbekannten Location draußen trefft, dann sei schon vor dem Termin da und schau Dir die Gegend an. Wo sind schöne Plätze für Fotos? Gibt es irgendwelche Ablenkungen? Gefahr durch Straßen oder Radfahrer?

Geh nicht direkt auf den Hund zu

Wenn Du dann die Kontaktperson der Pflegestelle triffst, besprich erst mal in Ruhe, wie sich der Hund schon eingelebt hat, ob und wovor er Angst hat. Ob er eher zutraulich oder skeptisch ist.
Beachte den Hund anfangs gar nicht. Lass ihn Dich beschnuppern, erstmal nur im Stehen. Dann hock Dich langsam hin, etwas seitwärts zum Hund und lass Deine Hand einfach hängen. Höchstwahrscheinlich wird dann er kommen und Dich beschnuppern, um zu schauen, ob von Dir Gefahr ausgeht. Nur wenn der Hund sehr zutraulich ist, kannst Du ihn vorsichtig am Hals streicheln. Aber auch nur dann! Bei allen ängstlichen Hunden…Finger weg!

Bewege Dich langsam

Dann kannst Du langsam wieder aufstehen, Deine Kamera nehmen und dem Hund diese ruhig mal zeigen. Je nachdem, wie entspannt der Hund ist, kannst Du, nach Rücksprache mit der Pflegestelle, ihm ein Leckerchen anbieten. Versuch Vertrauen zu ihm aufzubauen.

Beobachte und lass dem Hund seine Zeit

Jetzt erst geht es ans Shooting. Geh mit der Kontaktperson der Pflegestelle an die vorher ausgesuchten Orte und gib genaue Anweisungen, was Du wie vorhast. Die Pflegestellen wissen oft nicht, worauf es für gute Fotos ankommt und so ist es an Dir, so genau wie möglich zu erklären, wo sie den Hund hinführen sollen.
Da die Hunde fast immer an der Leine laufen, sollte diese möglichst nach oben vom Hund wegführen. Und dann lass den Hund die Gegend erkunden. Vielleicht kann er mit einem Leckerchen belohnt werden, wenn er mal stehen bleibt und schaut. Du kannst versuchen, ihn mit Ansprache und ungewöhnlichen Geräuschen aufmerksam zu machen. Sei aber vorsichtig, bei lauten Quietschies, die ihn evtl. eher erschrecken würden.

Erwarte nichts

Wenn Du ganz viel Glück hast, kann er schon sitzen oder sich sogar hinlegen. Oft kannst Du aber froh sein, wenn er einfach mal einen Moment stehen bleibt und in Deine Kamera schaut.

Sollte er schon sitzen können, ist es immer sehr süß, auch ein Bild von oben zu machen. Das wirkt immer sehr niedlich.

Im Endergebnis solltest Du ein schönes Gesichtsportrait gemacht haben und möglichst einen entspannten Augenblick einfangen haben. Dann ist es wichtig, den Hund von alles Seiten zu fotografieren, achte darauf, dass auf den Bildern zu sehen ist, ob er eine Rute hat oder nicht. Bei manchen Tierschutzhunden ist dieser vielleicht amputiert und das sollte dann auf den Bildern zu sehen sein. Ebenso sollten evtl. vorhandene Handicaps auf den Fotos zu erkennen sein.
Wichtig ist auch, dass man erkennen kann, wie groß der Hund tatsächlich ist. Eine Möglichkeit wäre es, zum Beispiel, ihn neben der Kontaktperson stehend zu fotografieren, damit man eine Referenzgröße hat.

Beschränk Dich auf ein kurzes Shooting

Wenn die wichtigsten Bilder auf der Speicherkarte sind, schaust Du, ob der Hund noch bei der Sache ist oder schon Stress-Symptome zeigt. Falls er noch entspannt ist, könntest Du z. B. in einem abgeschlossenen Garten versuchen Laufbilder zu machen. Wenn nicht, dann lass es gut sein.
Für fotografische Experimente und tolles Posing sind die meisten Tierschutzhunde einfach noch nicht geeignet.

Hier möchte ich Dir jetzt noch die Fotos aus meinem letzten Shooting für die Fellnasenfotohilfe zeigen.

Ganz aktuell sucht die kleine Törpilla nach einem liebevollen Für-immer-Zuhause.

Törpilla, ist 1,5 Jahre alt, 36 cm hoch und lebt zurzeit auf einer Pflegestelle in Schleswig-Holstein. Ihr Name ist ungarisch und bedeutet Schlumpfine. Wer sich jetzt verliebt hat und sie kennen lernen möchte findet bei kettenlos.org weitere Infos.

Haben Dir meine Tipps gefallen? Hast Du auch schon mal für ein Tierheim oder einen Tierschutzverein fotografiert?
Was sind Deine Erfahrungen?

Tierschutzshooting

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.